GPX-Daten der Etappe

Am Ende unserer diesjährigen Tour wollte ich sagen können: „Wir waren auf dem Pasubio“.
Aber bereits bei der Planung war klar, dass der Berg vorher, der Monte Maggio, ebenfalls ein besonderes Erlebnis würde. Besonders vor der Abfahrt zum Passo Borcola hatte ich großen Respekt. Meine Erwartungen wurden in jeder Hinsicht übertroffen.

Die gute Nachricht zuerst. In Bertoldi gibt es einen Olimpia Sport, der eigentlich im Winter die Skifahrer mit dem nötigsten versorgt. Man kann dort allerdings auch Fahrradzubehör, insbesondere Schläuche bekommen.
Johannes kaufte die Bestände kurz entschlossen auf und wir hatten damit wieder Ersatzschläuche in unseren Satteltaschen.

Kurz vor Carbonare trafen wir zum ersten Mal auf das „Gibo Simoni – Marathon“ – Schild. Der zweimalige Sieger des Giro d’Italia war 2006 auch italienischer Meister beim Mountainbike Marathon. Ob wir uns allerdings auf dieser Meisterschaftsstrecke befanden, konnte ich nicht herausfinden.
Jedenfalls bietet die Strecke bis nach San Sebastiano, wo sie nach einer steilen Rampe unsere Route zunächst verlässt, einige attraktive Trailabschnitte.
Nach einigen Metern auf der Straße befanden wir uns nach dem Passo Sommo zwar beinahe bis zum Passo Coe wieder auf diesem Parcours, Trails gab es dann aber nicht mehr.
Immer wieder kreuzten wir Lifttrassen. Bei der Affenhitze war es kaum vorstellbar, dass man hier auch Wintersport betreiben kann.

In der kurzen Abfahrt hinter dem Fondo-Piccolo-Lift muss Johannes sich daran erinnert haben, dass er den ganzen Tag schon einen nagelneuen Schlauch mit sich schleppte. Was lag also näher, als platt zu fahren.
Wir erwarteten ihn an der Chiesetta al Sacre Cuore (hübscher Name), die so freundlich war, zusammen mit dem Waldrand ein wenig Schatten zu bieten.
Rückblickend betrachtet war es dumm, nicht bereits zuvor eine Reparatur auf heiligem Boden durchgeführt zu haben. Wir waren plötzlich erleuchtet: Den platten Schlauch schnitten wir an der Außenseite der Länge nach auf, legten einen unversehrten neuen Schlauch hinein, fixierten das Ganze notdürftig mit Klebeband und als wir alles wieder montiert hatten, war das Thema Plattfüße ein für allemal erledigt.

Für den Weg zum Monte Maggio hatte ich zwei Empfehlungen. Ich entschied mich letztlich für den Sentiero della Pace statt für den Fernwanderweg E5, weil er weniger giftige Anstiege bereithielt.
Wie sich herausstellte, gibt es jedoch einen gewichtigeren Grund für diese Alternative. Man befindet sich fast die ganze Zeit an der Kante, wo das Gelände steil ins Val Terragnolo abbricht und wird deshalb die ganze Strecke über von der herrlichen Aussicht in und über das Tal begleitet. Ich kenne die andere Route nicht, wette aber, dass sie in dieser Hinsicht nicht mithalten kann.

Der Monte Maggio hing in Nebelschwaden, die gelegentlich einen Blick auf das Gipfelkreuz freigaben.
Nach Süden hätte man prinzipiell ins Tal der Posina schauen können; unter uns hingen aber überall Wolken. Die Felsen schienen frei über dem Nebel zu schweben und zusammen mit dem Grün, das aus den Spalten und auf Simsen wuchs, konnte man glauben, in den Hallelujah-Bergen auf Pandora zu sein.

Es geht noch ein wenig südlich voran, bevor der Sentiero E5 nach Westen zum Passo Borcola abknickt. Bis dahin gibt es starkes Gefälle nur abseits des Weges.
Dort, wo man abstürzen konnte, schoben wir, von den geringschätzigen Blicken einer überheblichen Gämse verfolgt.

Schließlich wurde es doch noch richtig steil. Die Kehren zum Pass hinunter befinden sich fast alle im Wald. Der Boden war oft feucht und tief, an einigen Stellen rann Wasser über große glatte Felsplatten und wir hatten einige brenzlige Situationen.
Trotzdem glaube ich, dass wir das alles hätten fahren können.
Wenn man merkt, dass man unsicher wird, ist es aber besser, hier und da auch einmal ein paar Meter zu schieben.

Nördlich der Passhöhe gibt es die Malga Borcola. Dort füllten wir unser Kalorien- und Flüssigkeitsspeicher in sehr netter Atmosphäre und in wunderbarer Umgebung wieder auf, bevor wir die Passhöhe erneut, diesmal in südlicher Richtung überquerten.

Hatte ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass eine Straßenabfahrt auch eine tolle Sache ist?
Kurz vor dem Örtchen Beber zweigten wir auf die Straße zum Rif Xomo ab. Wir machten ein Ausscheidungsrennen aus dem Anstieg. Johannes war der Sieger. 450 Höhenmeter in 45 Minuten.

Als hätte man auf uns gewartet, hielt man am Rifugio Passo Xomo alles für uns bereit, was wir uns wünschten, also kaltes Bier.
Eigentlich wollte ich noch einen Spaziergang zur Strada delle 52 Gallerie anführen, ein Hagelschauer lieferte uns jedoch eine willkommene Ausrede und so ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

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