
Garmisch, einschließlich seiner Umgebung, ist für uns zum Standard für den Beginn einer Transalp geworden.
Von hier kann man nach Osten ins Karwendel nach Südwesten über den Fernpass oder gar komplett in den Westen nach Lech aufbrechen.
Zum Fernpass bieten sich zwei attraktive Routen an. Die anspruchsvollere und reizvollere führt von Lermoos über die Grubigalm zum Blindseetrail.
Etwas gemächlicher und einfacher zu fahren ist die Variante über die Hochthörlehütte und die Via Claudia Augusta über den alten Fernpass.
Weil wir eine lange erste Etappe bis Landeck vor uns hatten, war es in diesem Jahr wieder einmal der alte Fernpass.
Wenn ihr in Garmisch-Partenkirchen starten wollt, reserviert eure Zimmer rechtzeitig. Es wird zunehmend schwieriger eine Unterkunft für nur eine Nacht zu finden.
Über Nacht gab es Neuschnee auf der Zugspitze. Hier im Tal hatte sich der Schnee in Nieselregen verwandelt, der uns bis nach Landeck begleiten sollte. Kalt war es außerdem.




Zum Aufwärmen sind wir die mit feinem Schotter angelegten Pfade zunächst zum Badersee und später zum Teil ordentlich steil bis zum Parkplatz der Zugspitzseilbahn am Eibsee hoch gekurbelt.
Dort beginnt der gut befestigte und durchgehend fahrbare Thörle-Eibsee-Wanderweg, der mit einer namenlosen Passhöhe von 1505 m seinen und heute auch unseren höchsten Punkt erreicht.
Unterwegs gibt es schöne Ausblicke auf den Eibsee, mit seinem karibisch klaren Wasser und nach Garmisch-Partenkirchen vor Wank und Bischof.
Gelegentlich schwebte die riesige Kabine der Zugspitzseilbahn über unsere Köpfe.
Nach zwei Stunden Fahrzeit, gegen elf, waren wir an der Hochthörlehütte. Für ein Bier war es noch zu früh und Hunger hatte auch noch niemand.






Von der Hütte aus kann man auf Teer nach Ehrwald abrollen. Schöner ist allerdings der Trail, den man nach etwa einem Kilometer erreicht, wenn man direkt hinter der Hütte nach links von der Straße abbiegt.
Wir hatten ein wenig Sorge wegen der Nässe und man muss natürlich auf heimtückische Wurzeln achten. Die Mischung aus feinem Geröll und Waldboden war am Ende aber griffiger als trockener Kies und die Abfahrt ein erster Vorgeschmack auf hoffentlich viele gute Trails.







Hinter Ehrwald lohnt es sich, den Weg oberhalb des Tals durch den malerischen Lärchenwald zu nehmen. Der sonst vermeidbare zusätzliche Anstieg wird mit einer flotten Abfahrt nach Biberwier belohnt.





Von der Via Claudia Augusta kann man hier und da auf vermeintliche Abkürzungen ausweichen. Natürlich bezahlt man die Wegersparnis mit einer größeren Steigung.
Wenn man die Passhöhe mit nur etwa 1260 m erreicht hat, kann man immerhin etwa 25 km mehr oder weniger steil abrollen, bis man bei Imst den Inn erreicht.
Am meisten Spaß macht natürlich der Abschnitt oberhalb des Ortes Nassereith.
Eine Variante, die bei Komoot „Schanzlsee-Trail“ heißt und mit S2 eingestuft wird, hat sich für uns als nicht fahrbar erwiesen.
Hinter Nassereith muss man sich entscheiden, ob man auf der Hauptroute am Waldrand entlang oder, nach meinem Geschmack schöner, am Bach entlang fährt. Hinter Strad treffen die beiden Varianten wieder zusammen.






Wir waren zu faul, uns wieder über die Piller Höhe nach Landeck zu mühen und so radelten wir unspektakulär 20 km den Inntalradweg hinauf.
Das einzige Highlight unterwegs: Johannes Hinterrad verlor mal wieder Luft. Es stellte sich heraus, dass sich die Milch, die er vor zwei Jahren eingefüllt hatte, nach und nach in Käse verwandelt hatte.
Die freundlichen Menschen bei Peto Bike in Zams schafften Abhilfe, während eine neugierig gewordene Sonne einen scheuen Blick auf die wartenden Biker warf.
Übernachtet haben wir in der Pension Can, die ich jederzeit wieder buchen würde.
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