GPS-Daten der Etappe

Quelle: GoogleEarth

… im Verlaufe einer Transalp ist das Valcamonica, durch das der Fiume Oglio vom Gaviapass hinunter zum Lago d’Iseo fließt.


Von Schilpario aus kann man im Grunde zum Iseosee und dann talaufwärts oder über den Campellipass und dann entsprechend abwärts nach Breno gelangen.
Die durchaus attraktive Variante über die Via Mala di Scalve nach Darfo Boario Terme, fast am Lago d’Iseo, habe ich mich nicht getraut, einzuplanen, da hier auf dem interessantesten Teil der Strecke ein Bikeverbot besteht.
Wir starteten also nach Osten, zum Passo di Campelli entlang des Fiume Dezzo.
Nach etwa 5 km wechselt man von einem gut befestigten Forstweg auf die Strada Statiale, der nur sehr wenig befahrenen Straße zum Passo Vivione. Der Passo Campelli ist kein Straßenpass. Die letzten 300 Höhenmeter müht man sich deshalb bei jetzt mehr als 10 Prozent Steigung über immerhin gut befestigte Wirtschaftswege mit gelegentlich lästig losem Schotter. Das schafft man aber bereits mit nur geringem Ehrgeiz.

Am Campelli öffnet sich der Blick nach Osten zum gewaltigen Adamellomassiv und hinab in das Valcamonica, dem tiefen Einschnitt, den es heute zu überwinden gilt.
Aus 1890 m Höhe lockt das Tal mit seiner für uns tiefsten Stelle in Breno mit einer Abfahrt über 1600 Höhenmeter.
Es gelang uns sehr gut, den unvermeidbaren Gegenanstieg von 1100 m zunächst auszublenden.

Von der Malga Campione nach Ono San Pietro saugt die schmale Straße den Biker mit mehr als 15 % Gefälle talwärts. Oben auf einbetonierten Kieseln, bald auch auf Teer mit gelegentlichen Einbuchtungen zum Ausweichen bei Gegenverkehr. Eine Belastungsprobe für die Bremsen und den Selbsterhaltungstrieb.
Unterhalb der Bait del Mela verstecken Bäume das Panorama vor den Blicken leichtsinniger Radtouristen und Landschaft zeigt sich erst wieder, wenn man in Ono San Pietro den ersten Ort unterhalb des Passes erreicht.

Hinter Ono ging es zum Oglio immer noch bergab, nun jedoch auf Straßen und Radwegen mit nur wenigen steilen Abschnitten.
In Breno, einer Kleinstadt mit weniger als 5000 Einwohnern, die einem aber wesentlich größer erscheint, wenn man die Dörfer am Wege durchquert hat, beginnt der Anstieg zum Passo Crocedomini.
Wir mussten etwas suchen, bis wir eine geöffnete Pizzeria fanden. Den Betreibern musste ihr Alleinstellungsmerkmal bewusst gewesen sein: Sie verlangten 7 € für ein Radler.
Unser Tagesziel lag unterhalb der Passhöhe und etwa 1100 m über dem Tal.
Trotz des vergleichsweise moderaten Anstiegs und der weniger als 50 km Tagesstrecke war es genug für eine Etappe, deren Highlight ohne Zweifel eine lange flotte Abfahrt gewesen ist, die aber darüber hinaus fahrtechnisch oder touristisch eher Mittelmaß war.

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