GPS-Daten der Etappe

Der höchste Punkt des Tages sollte das Giogo dela Bala werden, 2136 m über dem Meer. Den größten Teil des Anstiegs hatten wir tags zuvor hinter uns gebracht.
Das Wetter lockte mit strahlend blauem Himmel und wunderbarer Fernsicht. Wir hatten im Hotel unsere Trikots waschen lassen, leider hatten die keinen Trockner. So hing die Wäsche über Nacht an der Leine, ohne auch nur einen Tropfen der aufgesogenen Feuchtigkeit preiszugeben. Das musste nun die Sonne erledigen, der wir die nassen Klamotten auf dem Rucksack präsentierten. Zusammen mit dem Straßenstaub gelang ihr das auch ganz gut.
Bis zum Passo Crocedomini hat die Strada delle Tre Valli eine gute Teerdecke, steigt für unsere ausgeruhten Beine auch nicht zu steil an und bietet unterwegs sogar das ein- oder andere für das Auge.
Im kleinen Ort Bazena hat man den steilsten Teil bereits hinter sich.




Der eigentliche Pass hat aus unserer Sicht diese Bezeichnung nicht verdient, steigt die Straße dahinter doch ungerührt weiter an. Auch wenn man direkt nach Anfo abrollen will, muss man zunächst noch über einen ebenfalls höheren Rücken. Da jedoch die ersten Meter auf dieser Strecke leichtes Gefälle aufweisen, ist das mit dem Namen juristisch wohl nicht anfechtbar.
Nicht nur auf der Passhöhe ist es grün, auch die Hänge im Norden sind nicht kahl, obwohl sie sich bis auf 2200 m erheben. Der damit erzeugte Eindruck, nicht wirklich im Hochgebirge zu sein, verfliegt auch im weiteren Verlauf der Etappe nicht.





Obwohl weiterhin uneingeschränkt befahrbar, ist die Straße für die nächsten gut 5 km nicht geteert. Besonders für Motorradfahrer scheint das attraktiv zu sein.
Für das Mountainbike macht das keinen großen Unterschied. Es staubt halt ein wenig.
Das ist nicht das Einzige, über das man hinwegsehen kann.
Auch die Berge im Nordwesten verdecken nicht den Blick zum Berninamassiv mit Piz Palu und Pizzo Zupó, beide an die 4000 m hoch und von mächtigen Gletschern umsäumt.
Pittoreske Weiher, Schäfchenwolken unter uns und die riesigen Radaranlagen am Dosso dei Galli, dem Auge wird ständig etwas geboten. Es müssen nicht immer Trails sein, um eine Etappe zu einem Leckerbissen zu machen.











Am Dosso dei Galli hat man den höchsten Punkt bereits hinter sich gelassen. Nach einigen Wellen geht es bald ordentlich bergab, viereinhalb Kilometer weitgehend auf Teer, mit einem kurzen Abstecher über eine breite Skipiste, die einem 10 Höhenmeter und etwas Fahrspaß erspart.
Vom Ristorante Dosso Alto, wo wir eine gemütliche Pause hatten, bis zum gleichnamigen Pass muss man noch einmal 80 m hinauf. Eine Folter mit vollem Magen und unmotivierten Beinen aber schon wieder eine Leckerbissen für das Auge.
1000 m unterhalb der Straße liegt im Westen der Ort Collio am Flüsschen Mella in einem wunderschönen Tal.
Unmittelbar unterhalb der Straße sieht man schroffe Felszähne, auf denen sich schmächtige Kiefern festhalten und mit dem Stein zusammen der Schwerkraft trotzen.


Etwas unscheinbar zweigt hinter dem Pass der Sentiero Eridio nach Süden ab. Ein schmaler Pfad mit unzähligen Kehren, an einigen Stellen knifflig und bei Komoot zurecht mit S2 eingestuft.
Der obere Teil lädt zum Fotografieren ein. Später verdecken Bäume und Sträucher den Blick und man kann sich getrost auf seine Fahrtechnik konzentrieren.
Mein Navi zeigte nur noch Unsinn an. Es mag sein, dass der Verlauf des Trails bei OSM nicht wirklich zuverlässig eingetragen ist.
Da es keine Abzweige gibt, kann man sich aber auch nicht verirren.





Kurz oberhalb des Örtchens Vaiala mündet der Trail in einen Wirtschaftsweg, der sich im Ort in ein geteertes, traumhaftes aber namenloses Sträßchen verwandelt.
Unter Bäumen mit üppigem Blätterdach, an Felswänden und Gebirgsbach entlang, durch Kehren und ständig steil genug, um ordentlich Tempo machen zu können erreichten wir mit einem Grinsen im Gesicht Lavenone an der betriebsamen Via Nazionale.
Nur zwei Kilometer genügen, die Ruhe und die reine Luft der Berge zu vermissen.



Wir hatten Übernachtung mit Frühstück im empfehlenswerten Hotel Alpino in Crone und Abendessen nur wenige Meter davon entfernt im Porticciolo (vorsicht, Facebook), das ich ebenfalls empfehlen kann.
Natürlich waren wir im See, überrascht, dass nach der Kälte in den Alpen das Wasser hier so warm sein konnte.