Von Sand in Taufers nach Innsbruck und von Seefeld nach Mittenwald

GPX-Daten 7. Etappe und 8. Etappe

Meine 7. Etappe sollte von Sand in Taufers zum Brenner führen. Etwa 90 km und 1100 Höhenmeter. Das sind nur etwa halb so viele wie auf den etwa gleichlangen Etappen der beiden Tage zuvor. Es würde also gemütlich werden.
Der Ahrtalradweg von Sand in Taufers nach Bruneck brachte mich aus dem Gebirge in die Ebene. Nicht wegen des Höhenunterschieds, sondern wegen der Umgebung. Es wurde laut, Fabriken, Lkw-Verkehr und immer dichtere Besiedlung.
Die Berge jenseits von Bruneck signalisieren immerhin, dass es hier mit den Alpen noch lange nicht vorbei ist.

Bruneck habe ich nur gestreift.
Hinter St. Lorenzen ging es über eine kleine Anhöhe zum Pustertalradweg und dann mit fast durchgängig leichtem Gefälle weiter bis Niedervintl.
Die Strecke kannte ich gut, wenn auch bisher immer in die entgegengesetzte Richtung. Obligatorisch das Foto der Ruine „Mühlbacher Klause“.
E-Biker überholen einen hier nicht. Die 25 km/h schafft man auch ohne Motor.
Das Tal ist breit und grün, die Hänge bewaldet, irgendwie Mittelgebirgsfeeling.

Die Ortsdurchfahrt von Mühlbach war gesperrt: Volksfest, Frühschoppenzeit.
Mit dem Fahrrad kommt man aber immer irgendwie durch.
Von Mühlbach nach Franzensfeste gab es eine Bergwertung der 5. Kategorie. Die Rienz wendet sich vorher nach Süden, vorbei am Schloss Rodenegg nach Brixen in die Eisack.

Ich begann nervös zu werden. Obwohl es nun bergauf ging, kam ich auf dem Eisacktalradweg von Franzensfeste nach Brennerbad viel zu gut voran.
Ich musste Zeit schinden.
Zwei Weizenbier und ein Teller Nudeln später lag meine geschätzte Ankunftszeit bei 15.00 Uhr.
Daran änderte auch ein kurzer Ausbruch auf ungeteerte steile Pfade nichts. Ich geriet ordentlich ins Schwitzen, war aber am Ende sogar eine Abkürzung gefahren.
15.15 Uhr war ich am Brenner. Ich konnte mir nichts vorstellen, was ich hier bis zum Einschlafen unternehmen sollte. Wer schon einmal dort war, versteht das.
Ich hielt also noch nicht einmal an.
Die B182 ist bis Innsbruck gut ausgebaut. Der Verkehr hatte also überall Gelegenheit, mir auszuweichen. Ich hatte tüchtig Gegenwind, der das durchgängige Gefälle fast ausglich. Nach gut einer Stunde und nach etwa 35 km war ich in Innsbruck.
Vom Bahnhof aus reservierte ich ein Hotel in Seefeld, in dem überraschend ein Einzelzimmer frei geworden war.

Die Bahnstrecke nach Seefeld war außer Betrieb. Auf einen Bus mit Fahrradanhänger musste ich zwei Stunden warten. Ich überzeugte mich, dass die Hamburger einer bekannten Kette meinen kulinarischen Ansprüchen nicht mehr Stand hielten, füllte meine Flüssigkeitsspeicher mit Cola und Eiswürfeln auf und setzte mich auf einer Bank im Güterbereich des Bahnhofs in den Schatten. Es waren 35°C.
Gerade als ich das komplette Internet durchgelesen hatte, kam der Bus.

In halsbrecherischem Tempo brachte mich der Bus zum Bahnhof von Seefeld, einen Steinwurf von meinem Hotel, dem Egerthof, das ich in jeder Hinsicht empfehlen kann.
Mein Rad konnte ich sicher unterstellen und die Gästeterrasse bot mir einen beinahe kitschigen Sonnenuntergang und kühle und durchaus alkoholhaltige Getränke.

Nachts gab es ein Gewitter und der Morgen war wolkig mit nassen Straßen und immer wieder einsetzenden Nieselregen.
Je früher ich in Mittenwald war, umso besser …
Das Frühstück hätte durchaus mehr Zuwendung verdient und mein Gepäck hätte die Abfahrt nach Mittenwald trocken überstanden, wenn ich die Regenplane über den Rucksack gezogen hätte …
Beim nächsten Mal achte ich besser darauf.

Von Mittenwald aus habe ich noch einmal 8 Stunden in teilweise brechend vollen Zügen verbracht und war vor dem Küchen- und Thekenschluss meiner Stammkneipe wieder zuhause.

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